Der Jugendförderverein mit dem Namen

"Jugend in Aachen Nord West - Verein zur Förderung der Jugendarbeit e.V."

wurde am 14. Oktober 2003 und hat seinen Sitz in Aachen. Die Idee zur Gründung dieses Vereins wurde in den Pfarrgemeinden St. Martinus in Aachen-Richterich und St. Laurentius in Aachen-Laurensberg geboren, interessierte Leute aus der Pfarrgemeinde St. Heinrich in Aachen-Horbach wurden mit ins Boot geholt, initiiert im wesentlichen durch die damalige Jugendbeauftragte des Bistums Aachen Frau Monika Lambrecht, die in allen drei Kirchengemeinden zuletzt die Jugendarbeit betreut und koordiniert hat.

Warum kam es dazu?
In den Gemeindegremien sowohl der katholischen Pfarrgemeinden wie in der evangelischen Gemeinde, in der Sozialraum- und Stadtteilkonferenz und in den Bezirksvertretungen war die Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit in den Stadtteilen Aachen-Laurensberg, - Richterich und - Horbach oft Thema und das PRO nie umstritten.
Lange Wartelisten bei Gruppenangeboten, enttäuschte Kinder und Eltern , die keinen Platz mehr bei den pfarrlichen Ferienspielen bekommen haben, volle Säle bei Sonderveranstaltungen wie Filmnächten/Karnevalsveranstaltungen usw. zeigen, dass der Bedarf an Angeboten für diese Zielgruppe weitaus größer ist als das, was wir mit unseren ehrenamtlichen Kräften anbieten und abdecken können; auf der anderen Seite gibt es aber auch viele Jugendliche, die sich an verschiedenen Stellen in den Orten mehr oder weniger regelmäßig im Ort treffen. Beides unterstreicht den Ruf nach einer Jugendfreizeiteinrichtung.
Die Zahlen der hier lebenden Kinder und Jugendlichen sprechen schon allein für sich. Im Jugendhilfeausschuss der Stadt Aachen und dem dort verabschiedeten Freizeitstätten-bedarfsplan ist für unseren Bereich der Bedarf für eine "Kleine Offenen Tür", das heißt eine Freizeiteinrichtung mit einem hauptamtlichen Pädagogen, beschlossen worden.
Auch die Bezirksvertretungen in Aachen-Laurensberg und Aachen-Richterich/Horbach haben eine solche Einrichtung stets befürwortet und zum Programm gemacht.
Eine Arbeitsgruppe mit Gremiumsmitgliedern aus allen drei Pfarrgemeinden hatte 2003 den Beschluss gefasst, einen Förderverein für Jugendarbeit zu gründen. Die Gründung dieses Vereins sollte nicht nur verstanden werden als Möglichkeit, Gelder für die Förderung der Jugendarbeit einzuwerben, sondern auch und vor allem als ein deutliches Signal an die Politik, dass sich in unseren Gemeinden Menschen engagieren wollen, die vorhandene Angebotspalette vor allem im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit zu erweitern, eben auch durch eine mögliche Übernahme einer Trägerschaft für eine geplante, von der Stadt Aachen zu bauende Jugendfreizeiteinrichtung.
Folgerichtig heißt es daher in seiner Satzung unter §2 a) und b) über den Zweck des Vereins:

Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts "steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung.
Zweck des Vereins ist insbesondere die Förderung der Jugendpflege auf christlicher Grundlage.
Die Satzungszwecke werden insbesondere verwirklicht durch:

  1. Angebote und Entwicklung angemessener Angebote für Kinder und Jugendliche insbesondere aus Horbach, Laurensberg und Richterich.
  2. Förderung der offenen Kinder- und Jugendarbeit durch personelle und strukturelle Maßnahmen unter anderem durch eine Trägerschaft für eine geplante offene Jugendbegegnungseinrichtung,
  3. Begleitung, Beratung und Weiterbildung der Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit,
  4. Koordination der Angebote und Zusammenarbeit mit anderen Trägern der Jugendhilfe,
  5. Einwerbung von Spenden oder sonstigen Zuwendungen zur Förderung der Kinder- und Jugendarbeit.

Der Verein versteht sich also in erster Linie als Förderverein, der entsprechende Aktivitäten initiiert und fördert und damit trägt, die erforderlichen Finanzmittel einwirbt oder beantragt und sich dabei geeigneter Personen für die Durchführung der Aktivitäten bedient, die auch aus den Mitgliedern des Vereins kommen können.
Wir wollen Angebote und die Entwicklung angemessener Angebote für die Kinder- und Jugendarbeit anregen und stützen, wir wollen die Begleitung, Beratung und Weiterbildung der Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit fördern und unterstützen, und dabei die Koordination und Zusammenarbeit mit anderen Trägern der Jugendhilfe suchen und fördern.
Oft hört man die Meinung, was wollen Sie denn, die Kinder haben doch alles.
Es ist wahr, dass es Kindern in unserer Gesellschaft – verglichen mit früher und sicher auch mit den Situationen in Entwicklungsländern – im großen und ganzen sehr gut geht. Die meisten Kinder leben materiell abgesichert, müssen nicht arbeiten oder betteln und dürfen spielen und lernen. Aber materielle Sicherheit allein kann keine Lebenszufriedenheit und Erfüllung bieten.
Kinder erleben heute die Welt ambivalent – doppelwertig. Obwohl viele alles zu haben scheinen, fehlt ihnen oft das Wesentliche.
In vielen Familien sind Kinder von Arbeitslosigkeit, sozialer Kälte, Trennung und Scheidung der Eltern, Leistungs- und Konsumdruck und Gewalt bis hin zu Missbrauch betroffen.
Für viele Familien sind Kinder schon jetzt ein Armutsrisiko.
Viele Kinder machen keine Erfahrungen von Sinn, und haben keine positiven Zukunftsperspektiven, Zuwendung, Geborgenheit, Sicherheit in verlässlichen Beziehungen, von Naturerleben, Ruhe und Stille, von Werten und Visionen.
Und weil das alles so ist, brauchen wir dringlicher als je zuvor Kinder- und Jugendarbeit auch die offene mit neuen Ansätzen und neuen Wegen.

Jugendliche brauchen neben Schule und Familie auch Lebensräume, in denen sie sich persönlich entfalten können. Dort können Räume zur Einübung von sozialem Verhalten geschaffen und Möglichkeiten verstärkt werden, soziale Verantwortung praktisch wahrzunehmen, Aggressions- und Gewaltbereitschaft abzubauen, teamfähig zu werden, Qualifikationen auszubauen, Toleranz zu üben und Integration zu fördern. Insbesondere durch direkte Einbeziehung und Beteiligung der Jugendlichen selber und die Übertragung von Verantwortung fühlen sich diese nicht nur ernst genommen, sondern es werden ihnen wichtige Arbeitsfelder der Jugendarbeit geöffnet.
Auch deshalb brauchen wir eine offene Jugendfreizeiteinrichtung und sie steht deshalb auch in unserem Focus.
Damit die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit gelingen kann, ist der Verein einerseits auf viele tatkräftige Mitglieder, und andererseits neben den Beiträgen seiner Mitglieder ganz wesentlich auch auf Spenden und sonstige Zuwendungen angewiesen.