Pfarre St. Martinus

Gemeindebrief aus St. Heinrich, St. Laurentius und St. Martinus

1. Dezember 2011

Wie geht es in unseren Gemeinden weiter?

Kirche in der Welt von heute“ ist der Titel eines der wichtigsten Dokumente des 2. Vatikanischen Konzils. Darin bestimmt die Kirche ihren Ort: mitten in der Welt, da, wo Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute zu finden sind. Und für die Welt sieht die Kirche auch ihren Auftrag. Sie hat eine Sendung für den Menschen, eine Sendung für die Welt. Alle Christen sind an dieser Sendung beteiligt.

Es gibt große Veränderungen in unserer Kirche. Unsere Pfarreien St. Heinrich, St. Laurentius und St. Martinus sind davon zunehmend betroffen. Das bewegt uns, diesen Brief an alle Gemeinde-mitglieder zu schreiben. Zeichen der Veränderung sind:

  • der Priestermangel:
    Seit der Entpflichtung von Pfarrer Wilhelm Jansen ist der Priestermangel jetzt auch im täglichen Gemeindeleben bemerkbar.
  • der Mangel an hauptamtlichen Laien:
    Im Moment ist diese Entwicklung zwar noch nicht dramatisch, aber sie wird auch unser Gemeindeleben bestimmen.
  • der Mangel an Menschen,
    die sich verbindlich am Gemeindeleben orientieren und die Gemeinde für sich als lebenswichtig annehmen.

Wir befinden uns also gemeinsam auf einem immer steiniger werdenden Weg. Doch bieten sich uns auch Chancen: Anstatt abzuwarten, was wird, wollen wir uns ein Herz fassen und unsere Zukunft in die eigenen Hände nehmen.
Wir müssen klug planen und Antworten auf die Fragen suchen,

  • wie lebendiges Gemeindeleben unter den genannten Vorzeichen aussehen kann,
  • wie die Identität der einzelnen Gemeinden erhalten bleiben kann,
  • wie die Menschen auch weiterhin Heimat finden können.

In jeder unserer Gemeinden können wir dem Mangel einen Reichtum an engagierten ehrenamtlichen Frauen und Männern entgegen stellen. Dies macht uns Mut. Heute schon übernehmen Ehrenamtliche eine Vielzahl wichtiger Aufgaben. Wir meinen damit nicht nur die gewählten Gremien (Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände). Wir meinen vor allem auch die vielen anderen, ohne die in unseren Gemeinden immer weniger geht (z.B. die Kommunion- und Firmkatecheten, die Familienmesskreise und die Krankenbesuchs-dienste).

Diese bilden eine starke Basis, die es auszubauen gilt. Die Ehrenamtlichen sind die solideste Stütze unserer Gemeinden. Nur durch sie kann das Gemeindeleben weiterhin blühen und gedeihen.

Wir haben die Sakramente der Taufe und der Firmung empfangen und darin das große Vertrauen Gottes in unsere Fähigkeiten.
Daraus schöpfen wir unsere Kraft und wollen mit den Menschen so umgehen, wie Gott mit ihnen umgeht: Wir nehmen einander ernst und vertrauen uns. Wir bringen miteinander unsere Begabungen und Fähigkeiten für eine lebendige Zukunft unserer Gemeinden ein.

Der zukünftige Weg könnte daher in einer Gemeindeleitung in Gemeinschaft bestehen. Dies bedeutet, dass der Bischof die Leitung der Gemeinden einem Team aus Pfarrer, Hauptamt-lichen und gewählten Ehrenamtlichen gleich-berechtigt überträgt.

Um herauszufinden, wie eine derartige Gemeindeleitung aussehen könnte, hat sich aus unseren drei Gemeinden eine Steuerungsgruppe aus Haupt- und Ehrenamtlichen gebildet. Sie macht sich ein Bild von derartigen zukunftstauglichen Leitungsmodellen. Die Steuerungsgruppe versucht Vordenker zu sein. Sie informiert die gewählten Gremien und nimmt deren Fragen und Anregungen auf. Sie wird die Gemeinden sowohl mit Gemeindebriefen, wie dem vorliegenden, als auch mit Gemeindeversammlungen auf dem Laufenden halten. So soll ein neuer Weg beschritten werden, Kirche nahe bei den Menschen in unseren Gemeinden erlebbar zu machen, da, wo wir Freude und Hoffnung, Trauer und Angst teilen, wie Christus sie mit uns geteilt hat.

Für Ihre Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Birgit Arnold, Norbert Becker, Christa Baggen, Norbert Dreßen, Gregor Jeub, Bernd Jürgens, Cornelia Krückels, Wolfgang Oellers, Angelo Scholly, Elke Schulte, Josef Voß