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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 34/2011, 19.8.2011
Von der Lust an der Kirchenmusik
Ein Kommentar von Angelo Scholly
Seit fast 15 Jahren arbeite ich als Kirchenmusiker - und seit
Orgelunterricht und Studium habe ich mich immer eher als Kirchenmusiker denn
als Kirchenmusiker verstanden - weil die Freude an schöner Musik nur die
eine Seite ist, das Erfahren eines tieferen Sinnes aber die andere, noch
wichtigere Seite. Eine Messe von Mozart zu dirigieren (oder zu singen), ein
Orgelwerk von Bach zu spielen oder die Wirkung eines schlichten Gesanges aus
Taizé zu spüren - dies ist eine spirtuelle Erfahrung, die sich kaum in Worte
fassen lässt, dies ist die Wirkung von Musik. Ich hoffe, dass auch die
Sängerinnen und Sänger in den kirchlichen Chören und die Gemeinde beim
Singen der Lieder im Gottesdienst möglichst viel davon spüren können und die
Musik sie erfreut und ihr Leben bereichert.
Insofern sehe ich unsere Arbeit deutlich als pastorale Arbeit - der Kontakt zu den Menschen im Chor geht ja oft über die Probenarbeit hinaus, bei den Sakramenten spielt die Musik eine zentrale Rolle, besonders bei Exequien vermittelt die Musik entscheidend Trost und in der Arbeit mit Kindern wird über Lieder und Musik Glauben vermittelt. Dies ist pastorales Tun an den Menschen.
So wurde auch bei mir in jungen Jahren die Lust an der Musik, mehr noch: an der Kirchenmusik geweckt. Kirchenmusik macht heil, denn sie kann nicht nur zu Tränen rühren, sie kann auch tänzerische Freude vermitteln. Ob beim Weltjugendtag mit einer halben Million Menschen oder in der Werktagsmesse mit einigen wenigen: die Musik ist ein wichtiges Element, mehr als nur Zierde und Untermalung.
Für mich als Kirchenmusiker ist es natürlich Arbeit - es ist aber auch immer wieder Quelle. Es ist toll, wenn man dieses Hobby zum Beruf machen konnte. Aber es ist auch schön, wenn man diese Musik als Hobby betreiben kann.
"Deinem Namen will ich singen und spielen" - welch schöne Aufgabe...
Der Autor ist Kirchenmusiker in der GdG Aachen-Nordwest.